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FAQ - Häufige Fragen

Die Analysenergebnisse zeigen, dass alle untersuchten Parameter den Grenz- und Richtwerten entsprechen – ist das Wasser jetzt Trinkwasser, oder nicht?
Kann ich den Bericht für die Vorlage bei der Behörde verwenden?
Was bedeuten die einzelnen Parameter und wo finde ich Information dazu?
Ich habe eine Enthärtungsanlage, welchen Parameterumfang benötige ich dafür?
Ich habe eine UV-Anlage, welchen Parameterumfang benötige ich dafür?
Die Gesamtkeimzahlen sind erhöht – ist das gefährlich?
Die Gesamtkeimzahlen sind erhöht – was muss ich tun?
Coliforme Bakterien und Fäkalkeime – was muss ich tun?
Bohrbrunnen: Eisen, Mangan, Ammonium sind erhöht – was muss ich tun?
Fäkalkeime im Wasser – kann ich das Wasser meinem Hund/Pferd zu trinken geben?
Das Wasser kommt nach längerem Stillstand braun gefärbt aus der Leitung – woher kommt das?
Was ist der Unterschied zwischen Grenz- und Richtwerten?
Bakteriologische Probleme – kann ich das Wasser zum Duschen, für den Geschirrspüler, für die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher verwenden?
Kann ich das Wasser zum Garten gießen verwenden?
Ich habe bakteriologische Probleme bzw. Fäkalkeime im Brunnenwasser – Sind die angrenzenden Felder schuld, weil dort gedüngt wird?
Hilft es das Wasser bei chemischen Verunreinigungen abzukochen?
Warum soll ich Wasser vor der Probenahme 10 Minuten rinnen lassen?
Ist es schlimm, wenn meine Enthärtungsanlage zu stark enthärtet?

Die Analysenergebnisse zeigen, dass alle untersuchten Parameter den Grenz- und Richtwerten entsprechen – ist das Wasser jetzt Trinkwasser, oder nicht?

Der Begriff "Trinkwasser" kennzeichnet nach österreichischem Recht ein Lebensmittel und unterliegt damit strengen gesetzlichen Bestimmungen. Eine davon ist, dass für die Bezeichnung als "Trinkwasser" die Probenahme von einer unabhängigen Stelle (z.B. einem Labor) durchgeführt werden muss. Neben den Analysenergebnissen ist daher der Lokalaugenschein (Inspektion aller zur Trinkwasserversorgungsanlage gehörenden Bauwerke) eine ebenso wichtige Grundlage für die Beurteilung als „Trinkwasser“. WSB kann aus diesem Grund für überbrachte Proben nicht die Feststellung treffen, ob diese "Trinkwasser" sind oder nicht, sondern nur die Ergebnisse der Probe mit den Grenz- und Richtwerten der Trinkwasserverordnung gegenüberstellen.

Es wird empfohlen, auch bei einem gutem Analysenbefund der Wasserprobe auf eine intakte, technisch einwandfreie Wasserversorgungsanlage zu achten. Es liegt in der Verantwortung des Kunden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird.

Kann ich den Bericht für die Vorlage bei der Behörde verwenden?

Wenn Sie selbst die Probenahme durchgeführt haben, dann ist der Bericht nicht vor der Behörde gültig (z.B. für die periodische Überwachung von Wasserversorgungsanlagen). Dazu wäre eine autorisierte Probenahme durch ein akkreditiertes Labor wie z.B. das WSB-Labor notwendig.

Was bedeuten die einzelnen Parameter und wo finde ich Information dazu?

Auf unserer Homepage im Abschnitt "Lexikon" gibt es das Kapitel "Wissenswertes zur Wasseranalytik", in dem die wichtigsten und häufigsten Parameter in der Trinkwasseranalytik beschrieben sind.

Ich habe eine Enthärtungsanlage, welchen Parameterumfang benötige ich dafür?

Zusätzlich zu den Standardumfängen wird zusätzlich eine Analyse auf den bakteriologischen Parameter Pseudomonas aeruginosa empfohlen, welcher auch in der Trinkwasserverordnung für chemisch-technisch aufbereitetes Wasser (z.B. Enthärtungsanlage) gefordert wird.

Hintergrund: Die inneren Oberflächen von Enthärtungsanlagen bieten sehr gute Bedingungen für das Wachstum von Pseudomonas aeruginosa. Diese Bakterien sind hygienisch relevant und können unterschiedliche Krankheiten auslösen.

Ich habe eine UV-Anlage, welchen Parameterumfang benötige ich dafür?

Mit UV-Anlagen erfolgt eine punktuelle Desinfektion des Wassers durch intensive UV-Strahlung. Zu den Standardumfängen werden zusätzlich Analysen auf die bakteriologischen Parameter Pseudomonas aeruginosa und Clostridium perfringens empfohlen, welche auch in der Trinkwasserverordnung als Wirksamkeitskontrolle von Desinfektionsverfahren gefordert werden.

Um ein korrektes Bild von der Effektivität der UV-Anlage zu bekommen, sollten Proben vor der UV-Anlage und danach genommen und analysiert werden.

Die Gesamtkeimzahlen sind erhöht – ist das gefährlich?

Im Allgemeinen sind die Gesamtkeimzahlen (Koloniebildende Einheiten (KBE) bei 22°C und 37°C) für sich nicht als gefährlich zu betrachten. Jedoch können bereits geringe Überschreitungen der Richtwerte (vergleiche dazu Grenz- und Richtwerte) darauf hindeuten, dass es zu einer Beeinträchtigung des Wasserversorgungssystems kommt. Je höher die Gesamtkeimzahlen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere, potentiell krankheitserregende Bakterien im Wasser vorhanden sind.

Die Gesamtkeimzahlen sind erhöht – was muss ich tun?

Erhöhte Gesamtkeimzahlen (Koloniebildende Einheiten (KBE) bei 22°C und 37°C) können je nach den Gegebenheiten der Trinkwasserversorgungsanlage verschiedene Ursachen haben, z.B. Nährstoffe und Verunreinigungen im Wasser, Eintrag von Bakterien aus bodennahen Erdschichten, Biofilme oder Stagnation in (alten) Rohrleitungen, um nur einige zu nennen.

Dementsprechend können folgende Maßnahmen zu einer möglichen Verbesserung der Situation führen:

  • Bauliche Kontrolle der Wasserversorgungsanlage und Behebung etwaiger festgestellter Mängel, siehe dazu auch das von WSB bereitgestellte Merkblatt zur Sanierung von Brunnen
  • Kontrolle von eventuell vorhandenem Sand-/Feinfilter bei der Wasserzuleitung in das Gebäude, eventuell Tausch des Filters und Reinigung des Gehäuses
  • Regelmäßige Wasserentnahme und Spülen der Wasserleitungen, um etwaige Verunreinigungen auszuwaschen.

Nach Stabilisierung des biologischen Systems ist es sinnvoll 2 bis 3 Wochen nach den getätigten Maßnahmen eine Nachuntersuchung durchzuführen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.

Coliforme Bakterien und Fäkalkeime – was muss ich tun?

Das Auftreten von Fäkalkeimen (z.B. Escherichia coli oder Enterokokken) und Coliformen Bakterien zeigt an, dass das untersuchte Wasser mit Abwasser oder oberflächennahem Wasser (durch Insekten, Schnecken, Vögel, etc.) verunreinigt ist. Welche Maßnahmen zu treffen sind ist für jeden Fall einzeln zu definieren, die wichtigsten Maßnahmen können jedoch wie folgt zusammengefasst werden:

  • Bauliche Kontrolle der Wasserversorgungsanlage und Behebung etwaiger festgestellter Mängel, siehe dazu auch das von WSB bereitgestellte Merkblatt zur Sanierung von Brunnen
  • Desinfektion der Wasserversorgungsanlage inkl. Rohrleitungen im Haus
  • Liegt die Ursache bei der Wasserressource (z.B. Quelle oder Brunnen) und nicht bei der Wasserversorgungsanlage, dann sollte über einen Schutz des Einzugsgebiets oder einen neuen Standort nachgedacht werden.
  • Die Installation einer Desinfektionsanlage kann ebenfalls in Betracht gezogen werden, wobei die Vorgaben des österreichischen Trinkwasser-Codex zu beachten sind

2 bis 3 Wochen nach den getätigten Maßnahmen ist es sinnvoll eine Nachuntersuchung durchzuführen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen.

Bohrbrunnen: Eisen, Mangan, Ammonium sind erhöht – was muss ich tun?

Die Ursache für erhöhte Eisen-, Mangan- und/oder Ammoniumgehalte ist in vielen Fällen Tiefenwasser, welches aus sauerstoffarmen Schichten an die Oberfläche gepumpt wird und in dem gelöstes Eisen und Mangan oxidiert und dann als rotbrauner bis schwarzer Niederschlag z.B. im Strahlregler ausfällt.

  • Bei relativ neuen Brunnen kann eine vorübergehend verstärkte Wasserentnahme (50-100m³ in kurzer Zeit) zu einer Verbesserung der Situation führen
  • Bei Anlagen, die schon lange in Betrieb sind und die über einen längeren Zeitraum erhöhte Werte aufweisen, sind diese erhöhten Gehalte eventuell typisch für das Tiefenwasser an dieser Stelle
  • Enteisenungs- und Entmanganungsanlagen können hier Abhilfe schaffen, Ammonium ist laut Trinkwasserverordnung bis zu einem Wert von 5mg/l tolerierbar, höhere Werte sind sehr selten, gegebenenfalls kann Ammonium mit speziellen Ionentauschern entfernt werden.

Bei Anlagen <10m3 Wasser pro Tag sind Gehalte an Eisen bis 0,8mg/l und Mangan bis 0,2mg/l gemäß österreichischem Trinkwasser-Codex tolerierbar. Allerdings verdienen erhöhte Eisen- und Mangangehalte des Wassers vom technischen und hauswirtschaftlichen Standpunkt Beachtung, da es zu Störungen im Leitungssystem durch Ablagerungen oder z.B. Fleckenbildung in der Wäsche, etc. kommen kann.

Fäkalkeime im Wasser – kann ich das Wasser meinem Hund/Pferd zu trinken geben?

Prinzipiell ist es jedenfalls besser Lebewesen sauberes Wasser zum Trinken zur Verfügung zu stellen, inwieweit aber die gesetzlichen Grenzwerte für Menschen auch auf Tiere angewendet werden sollen, kann hier nicht beantwortet werden – wenden Sie sich dazu bitte an einen Tierarzt.

Das Wasser kommt nach längerem Stillstand braun gefärbt aus der Leitung– woher kommt das?

Die Ursache für braun gefärbtes Wasser aus dem Leitungssystem ist meist Eisenoxid ("Rost"), welches durch Korrosion in alten Leitungssystemen entstehen kann und besonders dann auffällt, wenn die Leitungen längere Zeit stillgelegen sind (Stagnation).

Meist kann die Braunfärbung durch ausgiebiges Spülen des Leitungssystems eliminiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Grenz- und Richtwerten?

Grenzwerte sind vom Gesetzgeber definierte Konzentrationen von bestimmten Inhaltsstoffen, die jedenfalls nicht überschritten werden dürfen, um ein Wasser als "Trinkwasser" zu beurteilen. Verletzt auch nur ein Inhaltsstoff einen Grenzwert, dann ist das Wasser kein "Trinkwasser" mehr.

Richtwerte sind nicht so streng formuliert wie Grenzwerte – ein (geringfügiges) Überschreiten von Richtwerten bedeutet noch nicht, dass z.B. ein Wasser kein "Trinkwasser" ist. Ein deutliches Überschreiten von ein oder mehreren Richtwerten ist jedoch jedenfalls als bedenklich zu betrachten.

Bei Wasser für den menschlichen Gebrauch wird bei Überschreitungen von Grenz- und Richtwerten empfohlen jedenfalls mögliche Ursachen zu suchen und gegebenenfalls eine technische Revision der Wasserversorgungsanlage vorzunehmen.

Bakteriologische Probleme – kann ich das Wasser zum Duschen, für den Geschirrspüler, für die Kaffeemaschine oder den Wasserkocher verwenden?

Hier muss unterschieden werden:

  • Sind Fäkalbakterien im Wasser nachgewiesen worden, dann soll das Wasser nicht für den menschlichen Gebrauch verwendet werden, weil es durch die Erhitzung in diesen Geräten (Boiler, Geschirrspüler, Wasserkocher, etc...) nicht verlässlich desinfiziert wird und es somit zu Erkrankungen kommen kann.
  • Sind ausschließlich die Keimzahlen bei 22°C und 37°C erhöht, dann bestehen hier weniger Bedenken, bei massiven Überschreitungen der Richtwerte sollte auch hier von einer Verwendung Abstand genommen werden

Kann ich das Wasser zum Garten gießen verwenden?

Für den privaten Gebrauch gibt es keine gesetzlichen Regelungen, es besteht natürlich Interesse auch im eigenen Garten eine ausreichend gute Wasserqualität zu verwenden. Als Anhaltspunkt kann hier das ÖWAV Regelblatt 407 "Empfehlung für die Bewässerung" empfohlen werden. Eine Tabellarische Übersicht kann "hier" heruntergeladen werden.

Ich habe bakteriologische Probleme bzw. Fäkalkeime im Brunnenwasser – Sind die angrenzenden Felder schuld, weil dort gedüngt wird?

Die Ursachen für Kontaminationen von Wasserressourcen wie z.B. Hausbrunnen können sehr mannigfaltig sein, mit konkreten Schuldzuweisungen sollte man ohne ausreichende Analysen der jeweiligen Gegebenheiten vorsichtig sein.

Andererseits bringt die landwirtschaftliche Düngung viele Nährstoffe und Bakterien (z.B. Gülle) auf die Felder, die durch Ausschwemmung in den Brunnen gelangen können. Dies kann vor allem dann passieren, wenn der Brunnen bauliche Mängel aufweist.

Hilft es das Wasser bei chemischen Verunreinigungen abzukochen?

Nein. Chemische Verunreinigungen lassen sich nicht durch Abkochen entfernen.

Warum soll ich Wasser vor der Probenahme 10 Minuten rinnen lassen?

Die häufigste Fragestellung bezieht sich auf die Wasserqualität an sich ohne irgendwelche Einflüsse durch Installationen, das Leitungssystem oder spezifische Gegebenheiten der Wasserversorgung. Daher wird ein 10-minütiges Spülen der Leitungen der Probenahme vorangestellt, um diese Einflüsse zu minimieren.

Bei speziellen Fragestellungen sind jedoch davon abweichende Spülzeiten durchaus sinnvoll, z.B. für Fragen der mikrobiellen Verkeimung oder dem Lösen von Metallen (Blei, Eisen, Nickel, Zink, Kupfer) durch das Wasser in alten Leitungen.

Ist es schlimm, wenn meine Enthärtungsanlage zu stark enthärtet?

Das Enthärten von Wasser reduziert bzw. verhindert das Verkalken der Leitungen. Eine zu starke Enthärtung kann das Wassers jedoch "aggressiv" machen und Korrosion im Leitungssystem verursachen. Dadurch kann es zu Störungen und Schäden kommen.
Im Trinkwassercodex ist eine Mindesthärte für Wasser von 8,4°dH festgelegt, welches durch chemisch-technische Maßnahmen enthärtet oder entsalzt worden ist.